schueler-ratgeber.de

  • Schule - Ausbildung - Job

    Das Infoportal für Schüler rund um Schule, Freizeit, Ausbildung und Beruf

Gewalt in der Schule

Gewalt in der Schule hat viele Gesichter: Mal wird ein Streit zwischen zwei Schülern handgreiflich, mal wird geärgert und gekniffen, und ein anderes Mal gehen gleich mehrere Täter auf ein Opfer los. Auch verbale Gewalt und systematische Ausgrenzung, heute oftmals als Mobbing bezeichnet, werten viele Experten hierzu.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen der berühmten "Schulhof-Prügelei", bei der etwa gleichstarke SchülerInnen aufeinander losgehen, und dem systematischen Misshandeln einzelner. Nicht allein aus diesem Grund schauen viele gern weg, um sich nicht in vermeintlich fremde Angelegenheiten einzumischen. Genau dies jedoch bestärkt die Spirale der Gewalt - und führt dazu, dass sich Betroffene und Opfer oftmals gar nicht aus eigenen Stücken zu helfen wissen.

Betroffenen fällt es besonders schwer, über das Geschehene zu sprechen. Viele Gewaltopfer machen sich Vorwürfe, schämen sich ob der eigenen Schwäche oder fürchten neue Gewalt, sobald sie sich anderen anvertrauen. Dabei ist es umso wichtiger, möglichst frühzeitig den Kontakt zu Eltern oder einem Lehrer des Vertrauens zu suchen. Sie können ganz persönliche Unterstützung leisten, aber auch weitreichende Lösungen suchen. Bei heftiger oder regelmäßiger Gewalt sollte sofort gehandelt werden: Mit einer Klassenkonferenz, einem Gespräch mit der Familie des Täters, einem Treffen des Elternrats bis hin zur Schulkonferenz. Unter Umständen kann auch das Jugendamt eingeschaltet werden. Wichtig ist es, dem Betroffenen während dieser Zeit Schutz zuzusichern - und es vor weiterer Gewalt zu bewahren. Im schlimmsten Fall kann auch über einen Schulwechsel des Gewalttäters entschieden werden.

Heute gibt es also weitreichende Handlungspläne, die im Fall von physischer Gewalt durch andere SchülerInnen zum Einsatz kommen können. Trotzdem bleibt Vorsorge nach wie vor die beste Methode. An erster Stelle sollten daher umfassende Präventionsmaßnahmen stehen, um Gewalt gar nicht erst eskalieren zu lassen. Eine gewaltfreie Atmosphäre kann schon durch einen respektvollen Umgang zwischen Lehrern und Schülern, durch Aufklärung und Informationen deutlich gefördert werden. Bildungsstellen halten heute zahlreiche Lehrmaterialien bereit, die zum Beispiel im Rahmen einer Unterrichtseinheit bearbeitet werden können. Ein wichtiges Ziel dieser Präventionsarbeit: Alternative Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und Konfliktsituationen durchspielen - wer weiß, dass es auch anders geht, der hat Gewalt oft gar nicht nötig. Nicht umsonst gilt sie bei Psychologen und Pädagogen als Ausdruck von Hilflosigkeit, Angst und letztlich Schwäche.

Schulstress | Schulangst | Gewalt in der Schule | Mobbing | schlechte Noten | sitzen bleiben